Geschichte der Kirchengemeinde

Die Entstehung Grethens wird in einer etwas jüngere Zeit als die Dürkheims angesetzt. In der Dotationsurkunde für das Kloster Limburg von 1035 erfahren wir erstmals etwas über die Rechte und Pflichten der damaligen Dürkheimer und Grethener Einwohner.

Nach Prof. Dr. Werle hatte jeder Mann jährlich eine Kopfsteuer in Höhe von einem Schilling zu 12 Silberpfennig zu zahlen, jede Frau die Hälfte. Die Angehörigen beiderlei Geschlechts mussten wöchentlich einen Tag für dasKloster (im Fronhof) arbeiten. Als eine Art Erbschaftssteuer war zu leisten: beim Tod des Mannes das beste Stück Vieh aus dem Stall, beim Ableben der Frau ihr bestes Kleid. Wollte ein Mädchen nach auswärts heiraten, war ein Wegzugsgeld von 6 Silberpfennigen zu entrichten usw.

Wenn die Dürkheimer mit der nur wöchentlichen eintägigen Verpflichtung zum Herrendienst gegenüber den Nachbarn aus Grethen -den sog. Gotteshausleuten -, die hierzu täglich antreten mussten, bevorzugt erscheine, so ist zu berücksichtigen, dass die Grethener dafür von den sonstigen Abgaben befreit waren und an den Tagen, an denen sie arbeiten mussten, vom Kloster zu verpflegen waren.

Grethen wurde 1935 nach Bad Dürkheim eingemeindet.

Zu Grethen gehört auch Hausen, welches früher nur aus wenigen Häusern bestand, heute aber durch die in den letzten Jahren erfolgte rege Bautätigkeit eine ansehnliche Größe erreichte. Hier befand sich einst ein kleines Benediktinerinnenkloster, das nach dem Historiker Joh. Gg. Lehmann im Jahr 1136 gegründet worden war, aber bereits 1221 wegen gesunkener Klosterzucht aufgelöst wurde. Die Güter fielen an das Kloster Limburg. Die Häuser der Dienstleute der Abtei waren wohl die ersten Häuser von Hausen.

Ein leiningisches Lagerbuch von 1586 berichtet, dass GrafEmich X. ein Jahr vorher auf dem Platz, wo die frühere Klosterkirche stand, eine neue Kapelle errichten ließ, die im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde.

Geschichte der Kirche

Die Gemeinde Grethen gehörte nach der Reformation zur Herrschaft Kurpfalz und damit zum reformierten Bekenntnis. Ein erstes Kirchengebäude ist jedoch erst ab dem Jahre 1785 nachweisbar. Das Gebäude ist erhalten und wird heute als Gemeindehaus genutzt.

Nach der Union 1818 wurde die Baulichkeit zu klein und daher sollte ein größerer Neubau entstehen. Nach langem Planen konnten ab 1847 die ersten Spenden gesammelt werden. Da Grethen recht klein und arm war, sollte es jedoch bis 1887 dauern bis mit dem Kirchenbau begonnen werden konnte. Nach den Plänen von Theodor Bente gelangte der Bau bis 1889 zur Ausführung. Die Kirche zu Grethen stellt in der Baugestallt eine der Gotik nachempfundene Kirche dar. Es ist eine Vermischung von Hallen-und Wandpfeilerkirche. Es wird hier versucht ein Gebäude nach dem 1861 erlassenen Eisenacher Regulativ zu errichten.

Im Innern herrscht eine reformierte Schlichtheit, die erst beim genaueren hinsehen lutherische Schmuckelemente erkennen lasst.

Blickfang ist das im Chor befindliche Glasfenster, welches von Nachfahren eines aus Grethen ausgewanderten Gemeindeglied gestiftet wurde.

Ein weiteres Kleinod ist die von der Firma Walcker aus Ludwigsburg eingebaute Orgel mit 297 klingenden Pfeifen, die heute noch den Klang einer Orgel des 19. Jahrhunderts erleben lasst.